Neuigkeiten

9. März 2010

„Zwölf Meter ohne Kopf“ — ein heiterer Störtebekerfilm, der ohne den historischen Störtebeker auskommt

Im Dezember ist er in die Kinos gekommen, der neue Störtebekerfilm, der das zweiteilige Osterei des Jahres vergessen macht, jenen unsäglichen Streifen der ARD, in welchem der an sich höchst achtbare Ken Duken den Störtebeker gab. Hatte man jenen Störtebekerfilm noch mit dem Ehrgeiz der historischen Authentizität belastet und war gerade in diesem Punkt kläglich gescheitert, so wird in der neuen Version höchstens gelegentlich an den historischen Störtebeker erinnert ... weiterlesen

7. Februar 2010

Leben?

Eichhauch draußen auf den Feldern —

Raureif friert die Wiesen hart.

Alle Bäume in den Wäldern

Und die Sträucher an den Wegen

Scheinen unter Silberregen

Ganz zu Filigran erstarrt.

Zapfen sprießen von den Rinnen

Sacht zur Erde lange Zeit,

Könnten sich fast noch besinnen,

Wieder auf das Dach zu klettern,

Wenn die Furcht, tief zu zerschmettern,

Ihnen Kraft dazu verleiht ... weiterlesen

16. Juli 2009

Das gemordete Cembalo

Am 31. Mai 1708 traf eine „Kaiserliche Commission“ Kaiser Josefs aus Wien in Hamburg ein. Sie sollte in der Stadt die in ein Chaos verkehrte öffentliche Ordnung wieder herstellen. Zu einem Aufruhr gegen den Rat hatten die Amtsmeister und einige verschrobene Geistliche aufgestachelt. Schon hatten die Aufrührer damit begonnen, die Bevölkerung zu terrorisieren ... weiterlesen

25. Juni 2009

Historische Romane und Archäologie

Die Entdeckung des Ubiermonuments An der Malzmühle/Mühlenbach in Köln (1965) war das Ergebnis der ersten von mir verantworteten Ausgrabung im Dienste des Römisch-Germanischen Museums. Wir wussten zuvor, dass wir irgendwann unter dem Bauplatzniveau die Südostecke der römischen Stadtmauer finden würden, hatten aber nicht die geringste Ahnung von der architektonischen Lösung für die Zusammenführung der östlichen und der südlichen Mauer an dieser Stelle. Zu unserer Überraschung entdeckten wir in der Tiefe einen bis in den römischen Hafen hinunterreichenden Turm aus der Zeit noch vor der Gründung der Römerstadt um 50 n. Chr. ... weiterlesen

„Die Reliquien von Lissabon — Störtebekers Vermächtnis“

Historischer Roman

Europa in Flammen: Lissabon wird 1384 belagert, ausgehungert und im letzten Augenblick von der Seeseite her gerettet. Stockholm trifft sechs Jahre später das gleiche Schicksal. Die norwegische Stadt Bergen verbrennt 1393 zu Staub und Asche. Marodierende Söldner zu Lande und zu Wasser verheeren Europa im Dienste von Fürsten und Königen. Kaperfahrer durchkreuzen gruppenweise die See, halten Ausschau nach neuen Auftraggebern, die ihnen erlauben, neben der in Kaperbriefen festgelegten Erledigung bestimmter Kriegsziele Teile der Beute als Lohn einzubehalten. Die am meisten gefürchtete Gruppe, die sog. „Vitalienbrüder“ werden anfangs wechselweise von den Hansestädten, der Dänenkönigin Margarete, den ostfriesischen Häuptlingen, den Grafen von Oldenburg und Holland als Seestreitkräfte eingespannt. Sogar der König von England bedient sich ihrer, als er 1384 der belagerten Stadt Lissabon und dem mit ihm verbündeten Portugal zur Hilfe kommen muss. Klaus Störtebeker und Goedeke Michel sind ihre berüchtigtsten Anführer. Nach Beendigung der dynastischen Auseinandersetzungen wird man der Seesöldner überdrüssig, verfolgt sie und richtet sie als Verbrecher hin.

Ob Jung, ob Alt, ob teeny oder best ager: Wer sich auf Jörgen Brackers Romane einlässt, den nimmt er mit auf eine abenteuerliche Entdeckungsreise quer durch Europa um 1400. Er gerät in Gefangenschaft, lässt sich von Leprakranken befreien und betätigt sich als Seeräuber. Er erlebt die portugiesische Revolution im Jahre 1383, die Belagerung und Befreiung Lissabons 1384, die Besetzung der Kanarischen Inseln hautnah mit und erfährt eine Menge über den Entwicklungsstand und die Politik in London und Hamburg, den Streit der Päpste in Avignon und Rom. Er wird lernen, den Wert und die Wirkungsmacht von Reliquien zu erkennen und die Gefahren einzuschätzen, die einem Transport der heiligen Gebeine von Seiten der Reliquienräuber drohen.

Ihm bleiben denn auch die Ängste des mittelalterlichen Menschen vor den Naturgewalten, Seuchen, Torturen und Exorzismen nicht erspart. Er wird mit diesen Menschen, die ihm zu Zeitgenossen werden, zusammen lachen und weinen, auf die Knie fallen und um Erlösung bitten.

Reisen Sie hier zu Jörgen Brackers packendem ersten Roman „Zeelander“ weiter.

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